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Legende

Geschichte des Laternsertales

Der Hauptort des Laternser Tales wird bereits im Jahre 1177 als Montem Clauturni
urkundlich erwähnt und führt noch bis ins 17. Jahrhundert die Bezeichnung Glatterns.
Bereits zu rätoromanischer Zeit wurden einzelne Talbereiche alpwirtschaftlich und jagdlich genutzt.
Die Dauerbesiedlung erfolgte zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch die Walser.
Sie ließen sich hauptsächlich an der Nordseite des Tales nieder.

Auf Grund von Lehensbriefen wurde den Siedlern Landstriche zur Kultivierung und
Nutzung übergeben. Die Walser genossen persönliche Freiheit, übernahmen den
Grund und Boden als freie Erbleihe und konnten ihr Gemeinwesen durch den frei
gewählten und vom Grundherren bestätigten Ammann selbst verwalten. Dieses
Selbstverwaltungsrecht konnte Laterns über alle wechselvollen geschichtlichen
Ereignisse hinweg erhalten. Die Siedler mussten jedoch die Verpflichtungen zum
Waffendienst übernehmen und dem Grundherren einen Lehenszins in mässiger
Höhe entrichten.

Die Kernsiedlungen des Tales bilden Laterns und Innerlaterns mit dem dazwischenliegenden
Weiler Bonacker. Mutterkirche der freien Walser war bis zur Erhebung zur selbständigen
Pfarre Laterns im Jahre 1529,  Rankweil.

Bereits 1411 wurde eine am Standort der heutigen Pfarrkirche erbaute Kapelle
geweiht. Die Ende des 15. Jahrhunderts erbaute größere Kirche wurde von Pfarrer
Franz Schratz (1891 - 1894) vergrößert, regotisiert und restauriert. Zu den namhaften
Kunstwerken der Kirche zählt das Sakramentshäuschen aus grauem Sandstein mit der
Jahreszahl 1509.

An die Herkunft der Walser erinnern eine am Hochaltar eingesetzte Theodulstatue
aus dem 15. Jahrhundert, zwei an der Außenseite der Kirche eingesetzte Steine
aus Sitten (Sion) und ein an der Vorderfront angebrachter schwarzer Serpentin
aus dem Jahre 1892 mit der Innschrift „GOTT ZUM GRUß - AUS DER ALTEN HEIMAT WALLIS“

Viehzucht, Milchwirtschaft und vorallem der Ertrag aus dem reichen Waldbestand
bildeten den Haupterwerb der Talbewohner. Schon sehr früh entwickelte sich
besonders ein Zweig der Holzverarbeitung, das KÜBLERGEWERBE, das bis ins 14.
Jahrhundert als altherkömmlicher Erwerb zurückverfolgt werden kann. Um den gemeinsamen
Absatz, der von den Mitgliedern erzeugten Waren sicherzustellen, bildete sich 1902
die Küblergenossenschaft Innerlaterns.

Wurden früher vornehmlich gebrauchsmäßige Holzgeschirrartikel hergestellt, so hat mit dem zunehmenden Fremdenverkehr der Verkauf von Souveniergegenständen an Bedeutung gewonnen (Blumengefäße, Schirmständer u.a.) 
Im Industriezeitalter kamen Einkünfte aus der Kettenstickerei dazu, die jedoch heute wieder aufgegeben wurde.
Bedingt durch die Fertigstellung der Laternserstraße bis Laterns und Ausbau in den Dreißiger Jahren bis Bad Laterns konnte der Fremdenverkehr eine rasche Aufwärtsentwicklung verzeichnen. Durch die Weiterführung der Straße über das Furkajoch hat sie überörtliche Bedeutung erlangt.

Kamen die ersten Gäste wegen der Heilquellen im Vorderbädle, die inzwischen versiegt sind und dem hinteren Bad ins Tal, so gilt der Luftkurort und das Erholungsdorf Laterns heute als bevorzugtes Ausflugsziel.

In den Saisonen (Sommer und Winter) werden ca. 25.000 Nächtigungen gezählt. Für seine Wintergäste vermag Laterns mit den modernen Lift- und Beschneiungsanlagen, im erschlossenen Schigebiet Gapfohl - Nob, ein ideales und vorallem schneesicheres
Schigelände anzubieten.